Gemeiner Harnischwels-Pflege: Ernährung, Größe, Lebensdauer, Beckengröße...

Gemeine Antennenwelse sind sehr beliebte Süßwasserfische, die in der Aquarianer-Gemeinschaft schon seit Ewigkeiten gehalten werden. Sie sind robust, pflegeleicht und ihre Beobachtung macht großen Spaß.

Trotz der Beliebtheit dieser Fische kursiert im Internet eine Menge falsche Informationen. Dies führt dazu, dass Aquarianer-Neulinge ohne es zu wissen Fehler machen und die Fische falsch pflegen!

Diese Anleitung behandelt die Grundlagen der Haltung von Gemeinen Antennenwelsen. Sie erfahren etwas über deren Ernährung, ideale Beckengröße, geeignete Beckengenossen, Lebenserwartung, Größe und mehr!

Inhaltsverzeichnis

Artzusammenfassung

Liebevoll auch "Saugwels" genannt, ist der Gemeine Antennenwels (Hypostomus plecostomus) ein Klassiker für Süßwasseraquarien! Diese Fische sind schon seit Jahrzehnten im Handel und faszinieren Aquarianer nach wie vor.

Der Gemeine Antennenwels gehört zur Familie der Harnischwelse (Loricariidae), einer großen Gruppe gepanzerter Welsarten. Ursprünglich stammt diese Art aus Südamerika, insbesondere aus Ländern wie Brasilien, Guyana und Trinidad und Tobago.

Autorenhinweis: Gemeine Antennenwelse wurden inzwischen auch in anderen Ländern rund um den Globus eingeführt. Da oft Welshalter ihre Fische einfach ausgesetzt haben, gelten sie in vielen Regionen mittlerweile als invasive Art.

Es gibt viele Fehlvorstellungen über diese Fischart. Wer einen Gemeinen Antennenwels halten möchte, sollte sich genau informieren, was die Haltung tatsächlich bedeutet.

Lebenserwartung von Gemeinen Antennenwelsen

Bei optimalen Haltungsbedingungen erreichen Gemeine Antennenwelse ein typisches Alter von 10 bis 15 Jahren! Sie haben eine deutlich höhere Lebenserwartung als die meisten anderen Aquarienfische, daher sollten Sie sich auf eine langfristige Pflege einstellen.

Wie bei allen Fischarten gibt es natürlich keine Garantie bei der Lebenserwartung. Die Qualität der Haltung wirkt sich positiv oder negativ auf die Gesundheit der Fische aus.

Aussehen

Gemeine Antennenwelse haben eine charakteristische Körperform, die Ihnen möglicherweise schon bekannt ist. Wie andere Welsarten haben sie ein unterständiges Maul, einen abgeflachten Bauch und ausladende Flossen.

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In Bezug auf die Färbung sind Gemeine Antennenwelse recht schlicht. Ihre Grundfarbe ist braun. Über den ganzen Körper verteilt befinden sich kleine schwarze Flecken, die ein netzartiges Muster ergeben.

Autorenhinweis: Es gibt auch andere Farbvarianten. Manche Antennenwelse haben eine hellere Färbung oder sandfarbene Flecken. Die Färbung dieser Fische variiert abhängig von ihrem Lebensraum.

Auf der Körperoberseite verfügen diese Fische über ein einzigartiges Merkmal: mehrere Reihen gepanzerter Knochenplatten! Diese Platten sind sehr robust und bieten guten Schutz vor Fressfeinden.

Als Bodenhocker ist dieser zusätzliche Schutz von oben essenziell. Auf der Bauchseite haben Gemeine Antennenwelse keine Panzerung.

Wie andere Fische aus der Familie der Harnischwelse haben Gemeine Antennenwelse eindrucksvolle Flossen. Die Rückenflosse ist sehr ausladend und hat mehrere versteifte Flossenstrahlen. Das gilt ebenso für die Schwanz-, Brust- und Bauchflossen.

Am Kopf haben Gemeine Antennenwelse kleine perlenartige Augen. Diese nachtaktiven Fische haben spezielles Gewebe, das die Lichtmenge regulieren kann. Auf der Unterseite des Kopfes befindet sich das charakteristische Saugmaul!

Durchschnittliche Größe von Gemeinen Antennenwelsen

Voll ausgewachsene Gemeine Antennenwelse erreichen in Gefangenschaft eine durchschnittliche Länge von etwa 15 Zentimetern. In freier Wildbahn können sie eine Maximalgröße von bis zu 24 Zentimetern erreichen!

Einige Exemplare können bei sehr großzügigen Becken auch in Gefangenschaft ähnliche Längen erreichen, dies ist jedoch recht selten.

Wenn Sie einen Gemeinen Antennenwels kaufen, hat dieser anfangs meist nur eine Länge von wenigen Zentimetern. Lassen Sie sich von der geringen Anfangsgröße nicht täuschen! Wie bereits erwähnt können diese Fische sehr groß werden und wachsen ziemlich schnell.

Haltung

Eine korrekte Haltung von Gemeinen Antennenwelsen ist keine große Herausforderung. Diese Fische passen sich gut an verschiedene Umgebungen an. Zudem haben sie einen gesunden Appetit und fressen so gut wie alles!

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Trotzdem ist es nicht ganz so einfach, einen Gemeinen Antennenwels gesund zu halten, wie manche Leute denken. Sie haben bestimmte Haltungsansprüche und einige Verhaltensmerkmale, auf die man eingehen muss.

Hier sind einige Pflegehinweise, mit denen Sie Ihren Gemeinen Antennenwels glücklich und gesund erhalten können.

Beckengröße

Ausgewachsene Gemeine Antennenwelse benötigen ein Becken mit einem Mindestvolumen von 75 bis 80 Litern. Um dem Fisch allerdings ein volles Wachstum und optimales Wohlbefinden zu ermöglichen, sind mindestens 150 Liter empfehlenswert!

Bei Gemeinen Antennenwelsen gilt: je größer, desto besser.

Wenn Sie mit einem kleineren Becken starten möchten, kommen junge Antennenwelse auch zunächst in einem 30-Liter-Becken gut zurecht.

Autorenhinweis: Die Beckengröße ist ein Punkt, an dem viele Aquarianer-Anfänger beim Gemeinen Antennenwels falsch liegen.

Weil diese Fische meist als Jungtiere verkauft werden, denken manche fälschlicherweise, dass ein kleines Becken ausreichen würde. Kleinere Becken sind für die Aufzucht der jungen Fische geeignet, aber irgendwann müssen Sie den Fisch in ein viel größeres Aquarium umsetzen.

Wasserparameter

Für Gemeine Antennenwelse ist eine Umgebung ideal, die ihrem natürlichen Lebensraum in freier Natur möglichst ähnlich ist. Dies betrifft sowohl die Einrichtung (Details dazu im nächsten Abschnitt) als auch die Wasserbedingungen!

Diese Süßwasserfische stammen aus langsam fließenden tropischen Flüssen. Das Wasser dort ist warm und hoch mit Sauerstoff angereichert. Halten Sie sich beim Einrichten des neuen Zuhauses an folgende Richtwerte:

  • Wassertemperatur: Zwischen 22 und 30 Grad Celsius (idealerweise in der Mitte dieses Bereichs)
  • pH-Wert: Neutraler pH zwischen 6,5 und 7,5
  • Wasserhärte: Bis zu 25 dGH

Testen Sie die Wasserwerte konsequent einmal pro Woche. Es ist sehr wichtig, dass die Parameter und allgemeinen Bedingungen stabil sind.

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Einrichtung des Beckens

Um die natürliche Umgebung des Gemeinen Antennenwels nachzustellen, bietet sich eine Einrichtung mit traditionellen Flussbettelementen an. Diese Fische verbringen die meiste Zeit am Beckenboden, daher sollten Sie besonders viel Mühe in die Bodendekoration investieren.

Als Substrat eignet sich feiner Sand gut. Für Gemeine Antennenwelse ist Kies weniger geeignet, da er Verletzungen verursachen kann.

Platzieren Sie auf dem Sandboden lebende Pflanzen. Die Pflanzen dienen als Schutz vor dem Licht. Ergänzen Sie außerdem natürliche Höhlen und Treibholz.

Höhlen sind für diesen nachtaktiven Fisch unverzichtbar. Tagsüber ruhen sie in den Schattenzonen. Eine Höhle blockiert das Licht ab und hält den Fisch vor neugierigen Aquariengenossen geschützt.

Auch Treibholz ist wichtig. Die Antennenwelse knabbern gerne daran, da es eine Quelle für Ballaststoffe darstellt. Zudem wächst auf dem Holz Algenbewuchs, eine weitere wichtige Nahrungsquelle für Gemeine Antennenwelse.

Halten Sie die Beleuchtung recht gedimmt. Nachts sollte das Becken dunkel sein. Verwenden Sie nachts eine rote Beleuchtung, um die Fische zu beobachten.

Bei der Filterung empfiehlt sich das leistungsstärkste erhältliche Modell (unsere Empfehlung wäre der Fluval FX4). Gemeine Antennenwelse produzieren aufgrund ihrer enormen Nahrungsaufnahme eine Menge Abfallstoffe. Dies kann die Wasserqualität ziemlich schnell verschlechtern.

Autorenhinweis: Viele Halter von Antennenwelsen bevorzugen eine Überfilterung. Das bedeutet, dass sie ein leistungsstärkeres Filtersystem wählen als für das Beckenvolumen eigentlich notwendig wäre. Angesichts der Größe der Antennenwelse kann die zusätzliche Filterleistung viel zur Kontrolle von Ammoniak- und Nitratwerten beitragen.

Häufige Krankheiten

Antennenwelse können wie andere Süßwasserfische auch sämtliche gängigen Krankheiten bekommen. Man geht davon aus, dass Antennenwelse etwas anfälliger für Krankheiten sind. Zwar haben sie gepanzerte Knochenplatten, aber die fehlenden Schuppen bieten wenig Schutz ihrer Körperoberfläche vor Krankheitserregern und Bakterien.

Häufige Erkrankungen sind Ichthyophthiriose und Darmverstopfung. Ichthyophthiriose ist eine typische Stresskrankheit, die sehr ansteckend ist und sich durch kleine weiße Punkte auf der Fischhaut äußert.

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Bei der Darmverstopfung kommt es zu einer Flüssigkeitsansammlung im Körper, so dass der Fisch Probleme beim Schwimmen bekommt.

Möglich sind auch bakterielle oder Pilzinfektionen. Diese Krankheiten treten oft als Begleiterscheinung anderer Leiden auf.

Glücklicherweise lassen sich all diese Probleme gut vermeiden.

Sie werden in der Regel durch schlechte Wasserbedingungen ausgelöst. Testen Sie die Wasserwerte daher regelmäßig. Führen Sie außerdem wöchentlich 30-prozentige Teilwasserwechsel durch, um die Filterung zu unterstützen.

Sollte Ihr Fisch erkranken, quarantänisieren Sie ihn, um sofort eine Behandlung einzuleiten. Setzen Sie ein für Antennenwelse geeignetes Medikament ein oder wählen Sie natürliche Behandlungsmethoden, um den Fisch zu heilen. Gemeine Antennenwelse können empfindlich auf kupferhaltige Medikamente reagieren, seien Sie daher vorsichtig.

Futter und Ernährung

Viele Zoofachgeschäfte bewerben Gemeine Antennenwelse als die besten Algenfresser. Es stimmt, dass sie ab und zu Algen zu sich nehmen.

Allerdings sollte dies nicht die Basis ihrer Ernährung sein.

Gemeine Antennenwelse sind Allesfresser mit einem enormen Appetit. Sie durchstöbern das Becken unablässig auf der Suche nach Futter. Diese Fische fressen alles, was sie mit ihrem Maul erreichen können, Sie sollten daher keine Probleme haben, sie zum Fressen zu bewegen!

Eine abwechslungsreiche Ernährung aus pflanzlichen und proteinhaltigen Nahrungsmitteln ist ideal. Sie können gegarte Salate, Zucchini, Erbsen und mehr anbieten für Vitamine und Nährstoffe.

Für die Proteinzufuhr eignen sich Lebend- oder Frostfutter wie Blutwürmer, kleine Krebstiere, Fliegenlarven und Regenwürmer.

Verhalten und Charakter

In jungem Alter sind Gemeine Antennenwelse recht umgänglich. Sie verstehen sich in der Regel gut mit anderen Fischen ähnlicher Größe.

Das ändert sich jedoch sobald sie ausgewachsen sind. Diese Fische können dann aggressives Verhalten zeigen.

Das liegt vor allem an ihrem Territorialverhalten. Dies gilt sogar gegenüber Artgenossen!

Generell bevorzugen Gemeine Antennenwelse die Alleinhaltung und greifen andere Fische ohne zu zögern an. Besonders bunte Fische mit ausladenden Flossen wie Skalare oder Diskusfische haben sie im Visier.

Tagsüber ist nicht mit großer Aktivität zu rechnen. Die Fische ruhen meist gut versteckt.

Nach Sonnenuntergang werden diese Fische aktiv und beginnen mit der Nahrungssuche! Mithilfe ihres Saugmauls heften sie sich an Scheiben, fressen Algen und knabbern Treibholz. Antennenwelse sind ständig auf Nahrungssuche, es wird nachts also nie langweilig!

Beckengenossen

Aufgrund ihres Territorialverhaltens können Gemeine Antennenwelse tatsächlich mit anderen eher aggressiven Fischarten vergesellschaftet werden. Dies mag gefährlich klingen, ist aber für alle Beteiligten sogar vorteilhaft.

Gemeine Antennenwelse sind robust genug, um sicher zu bleiben. Ihre gepanzerten Körper schützen sie vor Attacken. Normalerweise entwickeln aggressivere Fische gegenseitigen Respekt und lernen miteinander auszukommen.

Am besten wählen Sie möglichst gleich große Fische, die andere Bereiche des Beckens besiedeln. Aber auch kleinere friedliche Oberflächenfische können funktionieren. Gemeine Antennenwelse sind Bodenhocker und kommen mit Fischen aus der Beckenmitte oder -oberfläche kaum in Konflikt.

Hier einige gute Beckengenossen:

Zucht

Die Nachzucht von Gemeinen Antennenwelsen in Gefangenschaft ist extrem schwierig, und zwar aus einigen Gründen.

Erstens benötigt man ein gewaltiges Becken. Zwei ausgewachsene Gemeine Antennenwelse brauchen etwa 300 Liter Platz, um gesund zu bleiben!

Zweitens erschwert das territoriale Verhalten den Nachzuchtprozess. Meist enden Zusammentreffen tödlich, statt mit der Fortpflanzung.

Zucht gelingt deutlich einfacher bei einem aufgezogenen Pärchen. Wenn Sie das Glück haben, ein solches Pärchen zu bekommen, ist der Fortpflanzungsprozess unkompliziert.

Männchen suchen eine geeignete Höhle zum Ablaichen aus. Dort reinigen sie die Höhle und locken das Weibchen hinein. Dieses legt dann die Eier an die Höhlenwand. Die Männchen bewachen den Laich bis zum Schlupf der Jungen nach einigen Tagen.

Generell ist die Nachzucht von Gemeinen Antennenwelsen Profi-Züchtern mit sehr großen Zuchtbecken vorbehalten. Erwarten Sie keinen großen Erfolg, wenn Sie es zuhause versuchen.

Fazit

Wenn Sie einen großen, aber pflegeleichten Süßwasserfisch suchen, ist der Gemeine Antennenwels eine tolle Wahl. Es gibt gute Gründe, warum diese Art schon so lange beliebt ist!

Die Kombination aus imposanter Größe und Einfachheit ist sehr faszinierend. Die Bewegungen dieser großen Wasserbewohner im Becken zu beobachten ist geradezu hypnotisch.

Sollten Sie noch offene Fragen zur Haltung von Gemeinen Antennenwelsen haben, stehen wir Ihnen gerne für ein Gespräch zur Verfügung. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail, dann melden wir uns so schnell wie möglich bei Ihnen!

Felix Weber

Schon in jungen Jahren ein Liebhaber, widmet er seine Wochenenden der Pflege seines beeindruckenden Salzwasseraquariums. Mit einer Vielzahl von exotischen Fischen und leuchtenden Korallen hat er gelernt, die spezifischen Bedürfnisse und Verhaltensweisen jedes aquatischen Bewohners zu erkennen. Seine Leidenschaft für die Unterwasserwelt hat ihm nicht nur Stunden der Entspannung beschert, sondern ihn auch dazu gebracht, Teil von Online-Communities zu werden, in denen er Tipps teilt und die neuesten Trends im Aquaristikbereich entdeckt.

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